Der „Erich-Loest-Preis 2026“ geht an den Schriftsteller Durs Grünbein. Die Auszeichnung wird anlässlich des 100. Geburtstages von Erich Loest vergeben. Die Jury würdigt damit Grünbeins aktuelles Prosaschaffen. Im Mittelpunkt steht sein literarischer Umgang mit autobiografischen Themen und deutscher Geschichte. Die Entscheidung traf die Jury unter Vorsitz von Andreas Platthaus.
Der Preis wird von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird zum sechsten Mal vergeben. Die Preisverleihung findet am 24. Februar 2026 statt. Veranstaltungsort ist der Mediencampus Villa Ida in Leipzig. Die Laudatio hält der frühere Bundespräsident Joachim Gauck.
In der Begründung hebt die Jury mehrere Werke besonders hervor. Genannt werden „Die Jahre im Zoo“, „Jenseits der Literatur“ und „Der Komet“. Diese Texte verbinden Sprache, Erinnerung und historische Erfahrung. Thematisiert werden individuelle Lebensgeschichten und gesellschaftliche Brüche. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Auseinandersetzung mit Gewaltgeschichte und Diktaturerfahrung.
Nach Auffassung der Jury ist Grünbeins Schreiben nicht allein historisch ausgerichtet. Es reflektiert auch die Unsicherheiten des Erinnerns. Zugleich nimmt es politische Spannungen der Gegenwart in den Blick. Die Jury sieht darin eine Haltung im Sinne Erich Loests. Freiheit und Geschichtsbewusstsein werden als untrennbar verstanden.
Durs Grünbein wurde 1962 in Dresden geboren. Er wurde zunächst als Lyriker bekannt. Später trat er verstärkt mit Prosa und Essays hervor. Sein Werk ist in zahlreiche Sprachen übersetzt worden. Grünbein lebt und arbeitet in Berlin und Rom.
Der „Erich-Loest-Preis“ wird seit 2017 vergeben. Er würdigt Autoren mit gesellschaftlichem und politischem Engagement. Im Regelfall erfolgt die Preisvergabe im zweijährigen Rhythmus. Anlässlich des Jubiläums wird dieser Rhythmus unterbrochen. Der Preis erinnert an den Schriftsteller und Leipziger Ehrenbürger Erich Loest.
Der bulgarische Autor Georgi Gospodinov wird für seinen Roman „Der Gärtner und der Tod“ ausgezeichnet. Die Jury der SWR Bestenliste wählte das Werk zum „Buch des Jahres 2025“. Der Roman erschien im Aufbau Verlag. Die deutsche Übersetzung stammt von Alexander Sitzman. Die Jury bezeichnete das Buch als „einen Solitär unter den Büchern über Tod, Abschied und Trauer“. Ausschlaggebend waren Thema und literarische Form. Der Roman setze persönliche Erfahrung in einen größeren historischen Zusammenhang. Die Auszeichnung ist undotiert. Sie wird nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren vergeben. Grundlage war eine Platzierung auf einer monatlichen Bestenliste. Das Werk setzte sich gegen neun Titel der Longlist durch. Nominiert waren Werke deutschsprachiger und internationaler Autorinnen und Autoren.
Die Jury hob die erzählerische Anlage des Romans hervor. Im Mittelpunkt steht der Vater des Autors. Er wuchs im bulgarischen Ostblock auf. Später erkrankte er an Krebs. Seine letzte Lebensphase verbringt er im Garten. Dort erzählt er Geschichten aus seinem Leben. Der Sohn erinnert sich an diese Anekdoten. Daraus entsteht ein literarischer Abschied. Zugleich spiegelt der Roman die Geschichte Bulgariens vor und nach 1989. Die Jury betonte die poetische Sprache. Besonders hervorgehoben wurde der erste Satz des Buches. Er verdichte das Thema von Werden und Vergehen. Der Roman sei kein Buch über den Tod. Er beschreibe die Sehnsucht nach dem vergehenden Leben. Das Persönliche werde ins Allgemeine erweitert.
Die SWR Bestenliste existiert seit mehr als vierzig Jahren. Sie empfiehlt monatlich zehn literarische Neuerscheinungen. Die Auswahl trifft eine unabhängige Jury. Ihr gehören dreißig Literaturkritikerinnen und Literaturkritiker an. Verkaufszahlen spielen keine Rolle. Jedes Jurymitglied nominiert vier Titel pro Monat. Die meistgenannten Werke werden gelistet. Seit 2024 vergibt die Jury zusätzlich den Titel „Buch des Jahres“. Der Preis trägt den Namen der Bestenliste. Er würdigt ein Werk des laufenden Jahres. Eine finanzielle Dotierung ist nicht vorgesehen.
Die Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein und das Land Schleswig-Holstein vergeben Arbeits- und Reisestipendien für Literatur. Die Ausschreibung richtet sich an professionelle Nachwuchsautorinnen und Nachwuchsautoren. Gefördert werden literarische Projekte in frühen Entwicklungsphasen. Maßgeblich sind die Qualität des bisherigen literarischen Wirkens und das geplante Vorhaben.
Vergeben werden Arbeitsstipendien für einen frei wählbaren Arbeitsort. Die Förderdauer beträgt bis zu sechs Monate. Zusätzlich werden Reisestipendien für literarische Arbeitsaufenthalte im In- und Ausland ermöglicht. Gefördert werden auch Teilnahmen an literarischen Veranstaltungen und vergleichbaren Projekten.
Die Arbeitsstipendien sind mit bis zu 6.000 Euro ausgestattet. Reisestipendien können eine Förderung von bis zu 10.000 Euro erhalten. In der Fördersumme sind Reise- und Aufenthaltskosten enthalten. Die konkrete Höhe richtet sich nach dem eingereichten Projekt.
Bewerben können sich Autorinnen und Autoren mit Wohnsitz und Arbeitsmittelpunkt in Schleswig-Holstein. Voraussetzung sind bereits veröffentlichte literarische Werke. Die Bewerbung erfolgt eigenständig mit Projektbeschreibung und Arbeitsproben.
Bewerbungsschluss: 28.02.2025
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