Comicbuchpreis 2016

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Der Comicbuchpreis 2016 ist mit 15.000 Euro dotiert und wird von der Berthold Leibinger Stftung vergeben.

Den Comicbuchpreis 2016 der Berthold Leibinger Stiftung erhält Uli Oesterle für seinen Comic „Vatermilch“ Mit seinem Comic Vatermilch überzeugte er die Jury des Comicbuchpreises, der in diesem Jahr zum zweiten Mal ausgeschrieben wurde. „Vatermilch erzählt von Vätern, die verschwinden und von Söhnen, die zu unzuverlässigen Vätern werden, zeigt Lebenswege, die ins Dunkle führen, und andere, die einen unerwarteten Neuanfang erlauben. Der Comicpuchpreis 2016 wird für einen hervorragenden, unveröffentlichten, deutschsprachigen Comic vergeben und ist mit 15.000 Euro dotiert.Das Thema ist schwer und universell, Uli Oesterle geht es vielschichtig, sehr persönlich und mit einer erfrischenden Leichtigkeit in der Bilderzählung an,“ begründet Brigitte Helbling die Entscheidung der achtköpfigen Jury. „Die Geschichte spielt in München und zielt auf Weltformat, die eingereichten Materialien zeigen das Projekt an einem Punkt, wo eine Fertigstellung greifbar wird. Die Jury vergibt den Comicbuchpreis 2016 in großem Zutrauen an ein Unterfangen, das unsere Neugier gerade auch in seinem stilistisch/narrativen Aufbruchswillen geweckt hat.“

Oesterle, 1966 in Karlsruhe geboren und heute mit seiner Frau und zwei Kindern in München lebend, hat seine Bewerbungsarbeit als fiktive Biografie seines Vaters und als eine Geschichte über Wiedergutmachung verfasst. Sein Vater verließ die Familie in den 1970er Jahren, als Oesterle sieben Jahre alt war. Während der dreißigjährigen Abwesenheit seines Vaters gab es viele Spekulationen über dessen Verbleib, niemand konnte aber mit Bestimmtheit sagen, wo er sich aufhielt. Gerüchten zufolge war er lange ohne festen Wohnsitz. Erst nach seinem Tod erfuhr der Künstler von der schweren Krankheit seines Vaters, dem Korsakow-Syndrom, das vor allem langjährige Alkoholiker trifft. Die großen Lücken in der Vita des Vaters füllte Oesterle mit erfundenen Ereignissen, dazu recherchierte er im Obdachlosenmilieu Münchens.

Oesterle ist es ein Anliegen, das schwere Thema in seinem grafischen Roman Vatermilch unterhaltsam und nicht ohne Humor zu erzählen. Vatermilch wird wahrscheinlich in zwei Bänden 2018 und 2019 erscheinen.

Der Comicbuchpreis 2016 der Berthold Leibinger Stiftung wird am 25. April 2016 an Uli Oesterle verliehen. Er wird jährlich für einen hervorragenden, unveröffentlichten, deutschsprachigen Comic vergeben. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

Finalisten Comicbuchpreis 2016

Beginnend mit dem laufenden Zyklus werden auch die Finalisten eine finanzielle Anerkennung in Höhe von 1.000 Euro von der Berthold Leibinger Stiftung erhalten. Die neun ausgezeichneten Finalisten sind:

  • Max Baitinger mit Röhner
  • Neele Bunjes mit Nepenthes
  • Sheree Domingo mit Wie im Paradies
  • Franziska Ruflair mit Ein Tag ohne Gestern
  • Eric Schneider mit XES
  • Simon Schwartz mit IKON
  • Burcu Türker mit Süsse Zitronen
  • James Turek mit Das Shangri-La Motel
  • Maria Ignacia Vollenweider mit Fussnoten

Die Preisverleihung mit Ausstellungseröffnung zu Vatermilch von Uli Oesterle findet am Montag, den 25. April 2016, im Literaturhaus Stuttgart statt. Anschließend wandert die Ausstellung zum Literarischen Colloquium Berlin und an weitere Standorte.

Quelle:
Leibinger Stiftung

Links:
Hector Umbra von Uli Oesterle

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