Titelschutz Magazin März 2018

Cover Titelschutz Magazin Augbe März 2018Im Titelschutz Magazin März 2018 wurden 41 Titelschutzanzeigen veröffentlicht. Im redaktionellen Teil sind zwei Urteile des OLG Frankfurt veröffentlicht. In einem Urteil wird die Frage zur Veröffentlichung eines Promibildes behandelt und im zweiten Urteil geht es um die Veröffentlichung von Werken im Project Gutenberg

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Urteile

Kein Bildnis der Zeitgeschichte
Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) untersagt Veröffentlichung von Fotos einer pro­minenten Turnierteilnehmerin, wenn sie nicht mit Berichterstattung über das Sportereignis im Zusammenhang stehen.
Die Klägerin ist die Tochter eines bekannten ehemaligen deutschen Autorennfahrers. Sie nimmt die Beklagte, einen großen deutschen Zeitschriftenverlag, auf Unterlassen der Veröf­fentlichung von fünf Fotos in Anspruch.
Auf vier dieser Fotos sieht man die 19 Jahre alte Klägerin neben ihrer Mutter auf einem Reit­turnier in Rom. Die Klägerin hatte an diesem Western-Turnier am Wochenende vor dem Er­scheinen der Zeitschrift teilgenommen. Das fünfte Bild zeigt die Klägerin neben ihrer Mutter und ihrer Großmutter vor etwa 17 Jahren bei ei­nem Fußballturnier in Monte Carlo auf der Tribü­ne. Auf zwei weiteren, nicht beanstandeten Bil­dern ist die Klägerin mit ihrem Pferd als Teilneh­merin des Turniers zu sehen.
Die Klägerin hält die Veröffentlichung dieser Fotos für rechtswidrig. Das Landgericht hat der Klage stattgegeben. Hiergegen richtet sich die Berufung des beklagten Verlages, die vor dem OLG gemäß heute veröffentlichtem Urteil keinen Erfolg hatte.
Die Klägerin habe, so das OLG, nicht in die Bildveröffentlichungen eingewilligt. „Die Reich­weite einer stillschweigenden Einwilligung durch Teilnahme an einem internationalen Turnier, an dem Pressevertreter zugelassen sind, erstreckt sich nicht auf die Verbreitung von Bildnissen, die über das Turniergeschehen hinausgehen“, betont das OLG. Die streitgegenständlichen Bil­der illustrierten hier jedoch nicht die Teilnahme der Klägerin an dem Wettbewerb, sondern zeig­ten allein das Zusammentreffen der Klägerin mit ihrer Familie am “Rand des Geschehens“.
Die vier Turnierfotos unterfielen auch nicht dem Begriff der Bildnisse der Zeitgeschichte, so dass auch aus diesem Grund keine Ver-öffentli­chungsbefugnis bestanden habe. Das internatio­nal besetzte Reitturnier könne zwar als zeitge­schichtliches Ereignis eingestuft werden. Die veröffentlichten Bildnisse stünden jedoch „in keinem ausreichenden Sachbezug zu diesem Turnier“. Die Presse dürfe bei Auftritten von „prominenten Personen“ bei zeitgeschichtlichen Ereignissen auch darüber berichten, welche Per­sonen erschienen sind und in wessen Begleitung sie sich befunden haben. Dies gelte jedoch dann nicht, wenn sich die übrige Berichterstattung über das sportliche Ereignis allein darauf be­schränke, einen Anlass für die Abbildung promi­nenter Personen zu schaffen. Das sei hier der Fall. Der Turnierbezug des Artikels beschränke sich auf den Umstand, dass die Klägerin an dem Turnier teilgenommen habe. Weitere Informatio­nen zum Turnier, etwa den weiteren Teilnehmern und den erzielten Ergebnissen, könnten dem Ar­tikel dagegen nicht entnommen werden. Er hebe allein die „Familienbande und das neue Genie­ßen der schönen Seiten des Lebens“ hervor.
Der Eingriff in das allgemeine Persönlichkeits­recht der Klägerin sei auch nicht deshalb gerechtfertigt, da ein öffentliches Informations­interesse am Umgang der Familie mit dem Schicksalsschlag des klägerischen Vaters beste­he. Insoweit sei insbesondere zu respektieren, dass sich die Familie nach dem Unfall des Vaters aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und keine Informationen über den aktuellen Gesundheits­zustand herausgegeben habe. Dies habe sich bis heute nicht geändert.
Die Abbildung des fünften Fotos, welches die Klägerin als Kleinkind zeige, sei aus diesen Gründen erst Recht nicht gerechtfertigt. Selbst bei bekannten Sportlern bedürfe die Wiedergabe von Fotografien aus der Kinder- und Jugendzeit stets der Einwilligung. Ob die Einwilligung der Eltern der Klägerin in die Verbreitung des Bildes vor 17 Jahren gegeben gewesen war, sei bereits fraglich. Jedenfalls bedürfe es 17 Jahre später der Einwilligung der erwachsen gewordenen Klä­gerin selbst.
Das Urteil ist nicht rechtskräftig, es kann mit der Nichtzulas­sungsbeschwerde vor dem Bundesgerichtshof angegriffen werden.
Quelle: Landgericht Frankfurt
Urteil Project Gutenberg
Mit der Bereitstellung von Werken der Au­toren Alfred Döblin, Heinrich Mann und Thomas Mann, verstößt das Project Gutenberg gegen deutsches Urheberrecht. Der S. Fischer Verlag bringt die Werke der drei Autoren heraus und hatte von der gemeinnützigen Stiftung verlangt, dass die Werke nicht mehr online zur Verfügung gestellt werden. Der Rechtsstreit um die Werke wie „Der Unteran“, „Budenbrocks: Verfall einer Familie“, oder „Der Tod in Venedig“ lief schon seit 2015. Das Landgericht Frankfurt hat nun entschieden, dass die Werke nicht zur Verfügung gestellt werden dürfen. Streitpunkt ist das un­terschiedliche Urheberrecht in den USA und in Deutschland. Während das Project Gutenberg zum einen davon ausgeht, dass sie die Bücher bereits verbreiten dürfen, weil die Werke nach US-Recht bereits gemeinfrei sind, stellen sie zum anderen in Frage, ob ein deutsches Gericht überhaupt für die Klärung des Streits zuständig sei, da die Seite in den USA gehostet wird. Zu­dem haben nicht die Projektleiter, son­dern Nut­zer die Bücher hochgeladen. Der Verlag hatte darauf verwiesen, dass es eine deutschsprachige Übersetzung der US-Seite gibt.
Die Stiftung hat nun alle Nutzer mit einer deutschen IP-Adresse ausgesperrt und wird in Berufung gehen.
Az.: 2-03 O 494/14 vom 09.02.2018

Preise und Auszeichnungen

  • Anton Wildgans Preis
    Die österreichische Schriftstellerin Sabine Scholl erhält den von der österreichischen In­dustrie gestifteten „Literaturpreis der Österrei­chischen Industrie – Anton Wildgans“ 2018. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird bereits seit 1962 von einer unabhängigen Jury vergeben. Die Begründung der Jury für die Auswahl der Schriftstellerin: „Sabine Scholl erzählt in klarer Sprache von Menschen, denen die Sicherheit verloren ging. In präzisen, verknappten Bildern spricht sie über andere Kulturen und betrachtet kritisch die eigene.“ Das Werk von Sabine Scholl umfasst Romane, Essays, Gedichte, Theater­stücke und Hörspiele
    Der Preis gehört zu den renommiertesten ös­terreichischen Literaturpreisen, Unter den Preis­trägerinnen und Preisträgern befinden sich eine Reihe von prominenten Autorinnen und Autoren u.a. Ingeborg Bachmann, Robert Seethaler, Erich Hackl und Margit Schreiner.
  • Astrid Lindgren Gedächtnis Preis
    Die amerikanische Autorin Jacqueline Wood­son erhält den Astrid Lindgren Gedächtnispreis 2018. Ihrer Feder entstammen mehr als dreißig Titel: angefangen von Romanen über Lyrik bis hin zu Bilderbüchern. Die Begründung der Jury lautet wie folgt: „Jacqueline Woodson bringt uns die Welt junger Menschen nahe, die mit ihrer Verletzlichkeit zu kämpfen haben und einen Platz im Leben zu finden an dem sie ihr Dasein verankern können. Auf nahezu schwerelose Wei­se verfasst sie Erzählungen in einer intensiven und facettenreichen Klangsprache. Jacqueline Woodson schlägt einen außergewöhnlich poe­tischen Ton eines Alltags an, der zwischen Sorge und Hoffnung schwingt.“
    Der Astrid Lindgren Ge­dächtnispreis für Lite­ratur wird jedes Jahr ver­geben. Der Preis ist mit fünf Millionen schwedi­schen Kronen dotiert und damit der größte in­ternationale Kinder- und Ju­gendliteraturpreis

Ausschreibungen

  • Hotlist und Melusine Huss Preis
    Die Hotlist ist ein Wettbewerb für unabhängi­ge Verlage mit deutschsprachigen Büchern. Ein­reichende Verlage sollen über eine professionell­e verlegerische und vertriebliche Struktur verfü­gen und jährlich mindestens zwei Titel veröf­fentlichen. Nicht dabei sein können konzernähn­liche Verlage, Konzern­verlage und Druckkosten­zuschussverlage. Auf die Hotlist gelangen 10 Bücher und eine Jury vergibt den Preis der Hot­list, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Der Melusine Huss Preis ist mit einem Druckgutschein in Höhe von 4.000 € dotiert und wird an einen auf der Hotlist vertretenen Verlagen vergeben.
    Bewerbungsschluss: 06. Juni 2018
  • Peter Härtling Preis
    Beltz & Gelberg lädt auch in diesem Jahr wie­der Autorinnen und Autoren ein, sich mit einem unveröffentlichten Text um den Peter-Härtling Preis zu bewerben. Eingereicht werden können Prosatexte, die sich erzählend, unterhaltend, poetisch und phantasievoll an der Wirklichkeit der Kinder oder Jugendlichen orientieren.
    Die seit 1984 alle zwei Jahre vergebene Aus­zeichnung wird von Beltz & Gelberg gestiftet und ver­liehen. Der Peter-Härtling-Preis ist mit 3000.– Euro dotiert. Beltz & Gelberg wird das Manu­skript in seinen Programmen als Buch ver­öffentlichen.
    Bewerbungsschluss: 08.07.2018

Seminare und Weiterbildung

  • Social Media und Recht
    Facebook, Twitter, YouTube & Co. sind mitt­lerweile fester Bestandteil im Marketing- und Kommunikations-Mix: Kampagnen, Gewinn­spiele, Bilder, Texte, Videoclips und auch Musik werden dort von Unternehmen und Usern einge­stellt und verlinkt, Nachrichten gepostet und Daten gesammelt.
    Das Seminar vermittelt einen umfassenden Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingun­gen rund um die sozialen Kommunikationsplatt­formen und Technologien im Online-Bereich und zeigt auf, wie Sie rechtliche Risiken vermeiden. Anhand von Beispielen und aktuel­len Fällen werden die rechtlichen Besonderhei­ten und Entwicklungen dargestellt und für die Praxis aufbereitet, sodass Sie sie auf Ihr Unter­nehmen übertragen und die verschiedenen digi­talen Kanäle rechtssicher verwenden können.
    Zielgruppe: Verantwortliche und Mitarbeiter von Unternehmen, Agenturen und Portalen, vor allem aus den Bereichen (Online) Marketing, PR, Unternehmenskommunikation und (Online-)Re­daktion.
    Termin und Ort: 08.05. und 13.11., Akade­mie der Deutschen Medien, München

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Ausschreibung Hotlist
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