Der Deutsche Buchpreis 2016

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Knapp einhundert deutschsprachige Verlage schicken ihre Kandidaten ins Rennen für den Deutschen Buchpreis 2016. Von den vorgeschlagenen Titeln stammen 89 aus dem aktuellen Frühjahrsprogramm, 53 weitere werden im Herbst auf den Markt kommen.

Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels jedes Jahr Romane deutschsprachiger Autoren aus. In diesem Jahr wird der Preis am 17. Oktober verliehen – wie gewohnt zum Start der Frankfurter Buchmesse. Knapp einhundert deutschsprachige Verlage schicken ihre Kandidaten ins Rennen für den Deutschen Buchpreis 2016. Am 23. August werden die 20 Romane bekanntgegeben, die für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert sind.

Seit 2005 warten die Romanfreunde nach den Sommerferien mit Spannung auf die „Shortlist“ der für den Deutschen Buchpreis 2016 vorgeschlagenen Werke. Vier Wochen später wird die engere Wahl bekannt gegeben, aus der die Jury dann den „Roman des Jahres“ wählt.
Die Juroren werden von einer eigens gebildeten elfköpfigen Akademie ausgewählt. Die Akademie wird von einem deutlichen Männerüberhang bestimmt – was allerdings auf die Auswahl der Jurymitglieder und Preisträger keinen Einfluss hat – immerhin sind in den letzten Jahren in etwa ebensoviele Romane von Autorinnen als von Autoren ausgezeichnet worden.

Der Deutsche Buchpreis ist im Vergleich zu ähnlichen Ausschreibungen hoch dotiert. Es ist nicht nur die Höhe des Preisgeldes, der die Bewerbung um eine Auszeichnung zum „Roman des Jahres“ so attraktiv macht. 25.000 Euro sind wohl für jeden Autor oder jede Autorin ein gutes Zubrot. Zudem gehen auch die anderen fünf Kandidaten der engeren Auswahl nicht leer aus, sie erhalten immerhin noch jeder 5000 Euro. Aber es ist nicht nur die Höhe des Deutschen Buchpreises, der die Bewerbung um eine Auszeichnung zum „Roman des Jahres“ so attraktiv macht. Durch die Verleihung zum Auftakt der international beachteten Frankfurter Buchmesse und durch die gute Dramaturgie der Preisträger-Kür im Vorfeld erhält der Deutsche Buchpreis Aufmerksamkeit und Gewicht. Schon die Liste der Einreichungen wird in den Feuilletons diskutiert. Die Öffentlichkeit erfährt zum ersten Mal von der bevorstehenden Preisverleihung und wird gleichzeitig auf die Frankfurter Buchmesse eingestimmt. Redakteure spekulieren aufgeregt über Ausgewogenheit und Originalität der Auswahl. Mögliche Kandidaten für den Roman des Jahres werden bereits genannt. Das ist willkommmene Werbung für die Verlage wie auch für die Frankfurter Buchmesse selbst. Mit der Verkündung der „Shortlist“ wird die Debatte dann nochmals weiter angeheizt, wieder füllen Spekulation über den endgültigen „Roman des Jahres“ die Kultur-Magazine und beschäftigen die Feuilleton-Redakteure.
Welche Romane treffen nun den Geschmack der Jury?
Ein Blick auf die ausgezeichneten Romane der vergangenen Jahre führt zu der Erkenntnis: Der historische Roman ist out – es lebe das zeitgeschichtliche Werk. Gute Chancen haben Romane, die sich mit der jüngeren deutschen Vergangenheit beschäftigen. Der Diskurs mit der Vergangenheit beginnnt irgendwann in den 1930er Jahren, selten schon an der Jahrhundertwende. Besonders beliebt ist die jüngste Vergangenheit seit dem Fall der Mauer. Wen nimmt es Wunder? Die Dramatik der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunders kann gar nicht genug dargestellt und hinterfragt werden. Neben dem Sujet bestimmen nach wie vor Qualitätsmerkmale der klassischen Moderne die Chancen, in die Auswahl zum „Deutschen Buchpreis 2016“ aufgenommen zu werden: Sprachkunst, Experimentierfreude und auch Sinnlichkeit in den mit Preisen bedachten Romanen werden in den Begründungen der Jury hervorgehoben. Gelegentlich schwingen sich die Juroren auch zu eigenen Sprachschöpfungen auf und loben die „Welthaltigkeit“ des gekürten Werks. Phantasie ist gut – Phantasy schafft es nicht zum „Roman des Jahres“.

Quelle:
Homepage Deutscher Buchpreis

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