Autoren des Ingeborg Bachmann Preises

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Der Ingeborg Bachmann Preis zählt seit vier Jahrzehnten zum renommiertesten Wettbewerb in der deutschsprachigen Literaturszene. 2016 wetteifern 14 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich, Großbritannien, Frankreich, Serbien, der Türkei, Israel und der Schweiz um den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis.

Der Ingeborg Bachmann-Preis ist einer der wichtigsten Literaturpreise der deutschsprachigen Literatur. Er wird seit 1977 im Gedenken an die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann vergeben, die rund 4 Jahre zuvor tragisch ums Leben kam. Gestiftet wird der Preis von der Stadt Klagenfurt. Der Ingeborg Bachmann Preis wird im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur  am 3. Juli verliehen.Der Sieger der „Tage der deutschsprachigen Literatur“, wie die Veranstaltung offiziell heißt, wird mittels einer dreitägigen Lesereihe ermittelt. Die teilnehmenden Kandidaten treten mit einer etwa 25-minütigen Lesung ihrer literarischen Beiträge an. Die Kandidaten werden zuvor von der Jury zum Wettbewerb eingeladen. Die Beiträge müssen unveröffentlicht und im Original auf deutscher Sprache geschrieben sein. Die Texte werden zuvor auch von der mittlerweile nur noch siebenköpfigen (früher waren es neun) gelesen. Die Diskussion und Besprechung der Texte nimmt etwa 20 bis 30 Minuten ein. Bei dem Wettbewerb werden auch noch andere Preise verliehen, die von unterschiedlichen Stiftern gespendet werden. In der öffentlichen Wahrnehmung werden sie wie zweite und dritte Plätze gewertet. Das Event wird im Fernsehen übertragen, im deutschen Fernsehen auf 3Sat und im österreichischen bei ORF. Seit 2006 beträgt die Höhe des Bachmannpreises 25.000€.

Derzeit werden neben dem Ingeborg Bachmann Preis noch folgende Preise wärhend der Tage der deutschsprachigen Literatur verliehen:

  • Der Preis der Jury bzw. Kelag-Preis (10,000 €)
  • Der 3sat Preis (7,500 €)
  • Der Ernst Willner Preis (7,000 €)
  • Der Publikumspreis (5,000 €)

Ursprung Ingeborg Bachmann Preis

Mitte der Siebziger kamen der Journalist und Schriftsteller Humbert Fink und der damalige Vorsitz des österreichischen Fernsehens Ernst Willner zusammen, um einen Literaturpreis ins Leben zu rufen, der sich an einen ähnlichen Wettbewerb der Gruppe 47 anlehnen sollte. Da die Erinnerung an die 1973 verstorbene Schriftstellerin Bachmann noch sehr frisch war, beschloß man den Preis nach ihr zu benennen. Ergebnis war der Ingeborg-Bachmann-Preis, der im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur 1977 zum ersten Mal verliehen wurde.

Gewinner des Preises
Zu den bekannteren Autoren, die den Preis für sich beanspruchen konnten, gehören Ulrich Plenzdorf mit „kein runter kein fern“ (1978), Sten Nadolny mit „Kopenhagen 1801“ (1980), Sibylle Lewitscharoff mit „PONG“ (1998), Terézia Mora mit „Der Fall Ophelia“ (1999) und Michael Lentz mit „Muttersterben“ (2001).
Die Preisträgerin des letzten Jahres ist Nora Gomringer mit dem Text „Recherche“. .
Nora Gomringer veröffentlicht seit dem Jahr 2000 als Schriftstellerin. Nachdem sie ihre ersten Gedichte zunächst im Eigenverlag herausgab, wurde ihr zweites Werk „Silbentrennung“ vom Düsseldorfer Verlag Grupello veröffentlicht. Seit 2006 veröffentlicht sie jedes ihrer Werke bei dem Verlag Voland & Quist. Trotz zahlreicher Publikationen ist Nora Gomringer vor ihrem Gewinn des Bachmannpreises vor allem auch als Slampoetin bekannt gewesen. Sie arbeitet mit Musikern und mit visuellen Künstler zusammen. Ihre Werke sind bereits in viele europäische Sprachen übersetzt worden.
Der Ingeborg Bachmann Preis ist für viele Autoren ein Sprungbrett zu mehr medialem Interesse

Teilnehmer am Ingeborg Bachmann Preis 2016

  • Marco Dinic
    Der Serbe wurde von Klaus Kastberger eingeladen. Er begann 2008 ein Studium der Germanistik und der jüdischen Kulturgeschichte in Salzburg. Seit 2012 publiziert er in Zeitschriften und in Anthologien.
  • Ada Dorian
    Die Hannoveranin studierte in Osnabrück, wo sie nach einer Zeit in Hamburg derzeit wieder lebt. Sie nimmt auf ein Einladung von Hildegard E. Keller am Wettbewerb teil. Ihr Debütroman „Betrunkene Bäume“ erscheint 2017 beim Ullstein Verlag.
  • Tomer Gardi
    Der Israeli studierte Literaturwissenschaft und Pädagogik in Israel und in Deutschland. Er publizierte zunächst in Hebräisch. Seine zweite eigenständige Veröffentlichung erscheint dieses Jahr bei Droschl unter dem Titel „Broken German“. Er wurde eingeladen von Klaus Kastberger.
  • Isabelle Lehn
    Die gebürtige Bonnerin ist eine Absolventin des Leipziger Literaturinstituts. Sie machte beim Open Mike 2011 bereits auf sich aufmerksam, als sie ins Finale kam. Die derzeit in Leipzig lebende Schriftstellerin liest auf Einladung von Meike Feßmann.
  • Sascha Macht
    Auch Sascha Macht lebt in Lepizig und nimmt auf Einladung von Hildegard E. Keller am Wettbewerb teil. Sein Debütroman „Der Krieg im Garten des Königs der Toten“ erschien dieses Jahr beim DuMont Verlag.
  • Selim Özdogan
    Der geborene Kölner publiziert seit 1995. Seitdem erschienen bereits zahlreiche Publikationen. Er wurde von Stefan Gmünder eingeladen.
  • Sharon Dodua Otoo
    Die gebürtige Londonerin wurde von Sandra Kegel eingeladen. Sie schrieb zunächst in Englisch. Ihre Novelle „Synchronicity“ erschien 2014 jedoch erstmals auf deutsch und erst im folgenden Jahr auf Englisch.
  • Stefanie Sargnagel
    Die Wienerin hat in den letzten Jahren als „Facebook-Autorin“ auf sich aufmerksam gemacht. Mit einer abgebrochenen Schullaufbahn, weiteren Lücken im Lebenslauf und einer vierjährigen Karriere als Callcenter-Mitarbeiterin geht sie als unangepasster Sonderling in den Wettbewerb. Eingeladen wurde sie von Sandra Kegel.
  • Sylvie Schenk
    Die 72-jährige Schriftstellerin ist mit Abstand die älteste Teilnehmerin des Wettbewerbes. Sie schreibt sowohl in französischer als auch in deutscher Sprache. 1976 erschien ein erster Gedichtband von ihr. Seit 2004 hat sie fünf Romane veröffentlicht. Ihr neuester Roman erscheint diesen Juli. Hubert Winkels hat sie eingeladen.
  • Bastian Schneider
    Der gebürtige Siegener lebt derzeit in Köln. Sein Debüt „Vom Winterschlaf der Zugvögel“ erschien Anfang des Jahres im Sonderzahl Verlag. Stefan Gmünder hat ihn eingeladen.
  • Jan Snela
    Der Münchner lebt derzeit in Tübingen und veröffentlichte bisher in Zeitschriften und Anthologien. Seine erste eigenständige Publikation „Milchgesicht“ erschien Anfang des Jahres bei Klett-Cotta. Meike Feßmann hat ihn eingeladen.
  • Astrid Sozio
    Astrid Sozio liest auf Einladung von Juri Steiner. Ihr Debüt erscheint dieses Jahr – „Das einzige Paradies“.
  • Julia Wolf
    Auf Einladung von Hubert Winkels liest die derzeitig in Berlin wohnende Schriftstellerin. Ein Roman, ein Erzählband und ein Hörspiel beim WDR liegen von ihr derzeit vor.
  • Dieter Zwicky
    Der Zürcher hat bisher vier Erzählbände publiziert und gilt als experimentalistischer Autor. Er nimmt auf Einladung von Juri Steiner am Wettbewerb teil.

Quelle:
ORF

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